Folgen von Mikroplastik

Mikroplastik gelangt heutzutage vor allem über unsere Nahrung, das Trinkwasser und die Atemluft in den menschlichen Organismus. Die winzigen Partikel können aufgrund ihrer geringen Größe die natürlichen Barrieren des Körpers wie die Darmwand oder das Lungengewebe überwinden. Einmal im Inneren angekommen, verbreiten sie sich über die Blutbahnen und das Lymphsystem in verschiedenen Organen. Forscher haben die Rückstände mittlerweile in der Leber, der Milz und sogar im menschlichen Herzgewebe nachgewiesen. Besonders besorgniserregend ist der Fund von Mikroplastik in der Plazenta, was auf eine Belastung bereits vor der Geburt hindeutet.

Im Körper können die Fremdstoffe lokale Entzündungsreaktionen auslösen, da das Immunsystem versucht, die unverdaulichen Teilchen zu bekämpfen. Diese chronischen Abwehrprozesse belasten die Zellen und können zu oxidativem Stress führen. In den Blutgefäßen gibt es Hinweise darauf, dass sich Mikroplastik in Ablagerungen anreichert und so das Risiko für Herzinfarkte oder Schlaganfälle erhöhen könnte. Auch das Hormonsystem gerät potenziell unter Druck, da viele Kunststoffe chemische Zusatzstoffe enthalten, die wie künstliche Hormone wirken. Diese Stoffe können die Fortpflanzungsfähigkeit beeinträchtigen oder Stoffwechselstörungen begünstigen. Im Verdauungstrakt steht Mikroplastik im Verdacht, die Zusammensetzung der Darmflora negativ zu verändern. Eine gestörte Darmbarriere könnte wiederum dazu führen, dass Schadstoffe leichter in den restlichen Körper gelangen. Jüngste Studien untersuchen zudem, ob die kleinsten Partikel die Blut-Hirn-Schranke passieren und neurologische Prozesse beeinflussen können.

Es wird vermutet, dass eine hohe Belastung langfristig die Entstehung von Autoimmunerkrankungen fördern könnte. Auch eine krebserregende Wirkung durch die Kombination aus physikalischem Reiz und chemischen Begleitstoffen wird in der Wissenschaft diskutiert. Die Lunge reagiert auf eingeatmete Fasern oft mit Reizungen, die chronische Atemwegserkrankungen wie Asthma verschlimmern können. Da Kunststoff in der Natur kaum abgebaut wird, reichern sich die Partikel über die Jahre kontinuierlich im menschlichen Gewebe an. Obwohl viele Langzeitfolgen noch nicht abschließend geklärt sind, warnen Experten vor den unsehbaren Risiken dieser permanenten Belastung. Der Schutz des Organismus vor diesen Einflüssen wird daher zu einer immer größeren Herausforderung für die moderne Medizin.