Der Mensch und PFAS

Da PFAS (per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) im Körper kaum abgebaut werden und sich über die Jahre anreichern, können sie verschiedene biologische Prozesse stören. Die Forschung zu den Langzeitfolgen ist intensiv, und viele nationale Gesundheitsbehörden (wie das Umweltbundesamt oder die EFSA) haben bereits Grenzwerte festgelegt, da bestimmte gesundheitliche Risiken als wissenschaftlich belegt gelten.

Hier sind die wichtigsten Auswirkungen auf den menschlichen Organismus im Überblick:

  1. Immunsystem und Impfschutz
    Dies gilt als einer der empfindlichsten Effekte: PFAS können die Aktivität der Immunzellen verringern. Studien zeigen, dass Kinder mit einer hohen PFAS-Belastung im Blut eine verminderte Antikörperantwort nach Standardimpfungen (z. B. gegen Tetanus oder Diphtherie) aufweisen. Das Immunsystem reagiert also weniger effizient auf Krankheitserreger.
  2. Fettstoffwechsel und Herz-Kreislauf
    Eine sehr gut belegte Folge ist die Erhöhung des Cholesterinspiegels (insbesondere des LDL-Cholesterins). Ein dauerhaft erhöhter Cholesterinspiegel steigert wiederum das Risiko für Arterienverkalkung und daraus resultierende Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
  3. Hormonsystem und Fortpflanzung
    PFAS können ähnlich wie Hormone wirken oder deren Haushalt stören (endokrine Disruptoren):

Fruchtbarkeit: Es gibt Hinweise darauf, dass hohe Konzentrationen die Fruchtbarkeit bei Frauen verringern und die Spermienqualität bei Männern verschlechtern können.

Schilddrüse: Die Chemikalien können die Schilddrüsenfunktion beeinflussen und zu Erkrankungen wie Unterfunktionen führen.

  1. Entwicklung des Kindes
    PFAS sind plazentagängig, das heißt, sie gelangen schon im Mutterleib zum Fötus.

Geburtsgewicht: Eine höhere Belastung der Mutter wird oft mit einem geringeren Geburtsgewicht des Säuglings in Verbindung gebracht.

Entwicklungsstörungen: Auch spätere Entwicklungsverzögerungen oder eine veränderte Pubertätsentwicklung werden untersucht.

  1. Organe und Krebsrisiko
    Leber: PFAS reichern sich stark in der Leber an und können dort zu Entzündungen oder veränderten Leberenzymwerten führen.

Krebs: Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) hat bestimmte PFAS (wie PFOA) als krebserregend für den Menschen eingestuft. Ein erhöhtes Risiko besteht vor allem für Nierenkrebs und Hodenkrebs.